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Wichtige Staatsorgane der Republik Brasilien

Hinweis: Eine Darstellung zur brasilianischen Politikentwicklung seit Ende des Zweiten Weltkrieges bis zur Jetztzeit finden Sie unter "Geschichte".

Brasiliens Präsidenten seit 1985

Name

Regierungszeit

José Sarney

1985-1990

Fernando Collor de Mello

1990-1992

Itamar Franco

1992-1995

Fernando Henrique Cardoso

1995-2002

Luiz Inácio Lula da Silva

2003- 

Wahlergebnisse der Präsidentschaftswahlen 2006

Am 1. Oktober 2006 waren rund 126 Mio. Brasilianer zu den Wahlurnen gerufen. Zur Wahl standen auf Bundesebene der Präsident und Vizepräsident, alle 513 Mitglieder des Abgeordnetenhauses und 27 Senatoren (= ein Drittel des Senats); auf Ebene der Einzelstaaten alle Gouverneure und die Landtage. Bei den Wahlen von Präsident und Gouverneuren mußte, wenn kein Kandidat 50% der Stimmen erreichte, eine Stichwahl am 29. Oktober 2006 stattfinden.
In Brasilien herrscht Wahlpflicht. Gewählt wurde in 5568 Städten und Gemeinden an 432.000 elektronischen Urnen. Die Wahlergebnisse lagen innerhalb weniger Stunden vor; dies unterstrich die Legitimation der Gewählten.

1. Präsident/Vizepräsident

 

 

 

1. Wahlgang
%

2. Wahlgang
%

Luiz Inácio Lula da Silva (PT)

48,61

60.83
(58,3 Mio. Stimmen)

Geraldo Alckmin (PSDB)

41,64

39,17
(37,5 Mio. Stimmen)

Heloisa Helena (PSOL)

6,85

 

Cristóvam Buarque (PDT)

2,64

 

weitere Kandidaten

> 0,2

 

Damit wurden Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und Vizpräsident José Alencar wiedergewählt; ihr Ergebnis lag auf gleicher Höhe wie 2002.

Wahlergebnis Abgeordnetenhaus (Câmara dos Deputados)

Bei den Wahlen am 1. Oktober 2006 wurden alle 513 Mitglieder des Abgeordnetenhauses neu gewählt. Erfolgreich waren die Kandidaten von 21 Parteien. Bis zum Zusammentritt der Kammer im Februar 2007 wechselten einige Abgeordnete ihre Partei, in der Regel in Richtung Regierungskoalition. Einige Parteien änderten ihren Namen oder fusionierten, womit sich die Zahl der vertretenen Parteien auf 20 verminderte.

In der nachstehenden Tabelle ist die Stimmstärke der Parteien mit über 10 Mandaten zum Zeitpunkt des Zusammentritts angegeben. Veränderungen zum Wahlergebnis in Klammern.

Partei Mandate
PMDB (Partei der demokratischen Bewegung Brasiliens) 90 (+1)
PT(Arbeiterpartei) 83
PSDB(Sozialdemokratische Partei Brasiliens) 64 (- 2)
PFL (Partei der Liberalen Front, inzwischen Demokraten)62 (- 3)
PP (Fortschrittliche Partei) 41
PR (Partei der Republik - früher Liberale Partei)34 (+ 11)
PSB(Brasilianische Sozialistische Partei)62 (- 3)
PDT (Demokratische Arbeiterpartei)23 (- 1)
PTB(Partei der brasilianischen Arbeiter)21 (- 1)
PPS(Sozialistische Volkspartei)17 (- 5)
PV(Grüne Partei) 13
PCdoB (Kommunistische Partei Brasiliens)13

Die gewählten Gouverneure

Bundesstaat Gouverneur Partei
Acre Binho Marques PT
Alagoas Teotônio Vilela PSDB
Amapá Waldez Góes PDT
Amazonas Eduardo Braga PMDB
Bahia Jaques Wagner PT
Ceará Cid Gomes PSB
Distrito Federal José Roberto Arruda PFL
Espírito Santo Paulo Hartung PMDB
Goiás Alcides Rodrigues PP
Maranhao Jackson Lago PDT
Mato Grosso Blairo Maggi PPS
Mato Grosso do Sul André Puccinelli PMDB
Minas Gerais Aécio Neves PSDB
Pará Ana Júlia PT
Paraíba Cássio Cunha Lima PSDB
Paraná Roberto Requiao PMDB
Pernambuco Eduardo Campos PSB
Piauí Wellington Dias PT
Rio de Janeiro Sérgio Cabral PMDB
Rio Grande do Norte Wilma Faria PSB
Rio Grande do Sul Yeda Crusius PSDB
Rondônia Ivo Cassol PPS
Roraima Ottomar Pinto PSDB
Santa Catarina Luiz Henrique PMDB
Sao Paulo José Serra PSDB
Sergipe Marcelo Déda PT
Tocantins Marcelo Miranda PMDB

Wahlergebnis Senat (Senado)

Der Senat hat 81 Mitglieder, drei für jeden Bundesstaat. Dabei zeigen sich die Asymmetrien des brasilianischen Föderalismus: Die kleinen Bundesstaaten im Norden und Nordosten mit 43% der Bevölkerung haben 74% der Sitze inne.

Alle vier Jahre findet eine Teilerneuerung des Senats statt. Bei den Wahlen am 1. Oktober 2006 wurde je Bundesstaat ein Senator gewählt. In der nachstehenden Tabelle sind die Parteien aufgeführt, die mit bisherigen und neugewählten Senatoren mehr als ein Mitglied stellen:

Partei Mandate
PFL18
PMDB15
PSDB15
PT11
PDT5
PTB4
PL3
PSB3
PCdoB2
PRB2

Zentralbank: Der weitgehend unabhängigen Zentralbank stand nach den Wahlen vom Oktober 1998 zunächst Dr. Gustavo Henrique Franco als Präsident voran. Nach einem Übergangspräsidenten kam Arminio Fraga Neto Ende Februar 1999 an die Spitze der Zentralbank. Seit Dezember 2002 leitet Henrique Meirelles die Geschicke der Banco Central do Brasil.

Der Banco Central do Brasil wurde am 31. März 1965 gegründet. Ihr obliegt neben der Geldpolitk auch die Überwachung des brasilianischen Börsen- und Bankwesens, die Notenausgabe und die Überwachung des Devisenhandels.

Verfassung: Mit der Verfassung vom 5. 10. 1988 sollte nach Überwindung der Militärdiktatur die Demokratie gestärkt und gesichert werden. Die Verfassung von 1988 hat die Voraussetzungen für Stabilität und Kontinuität in Brasilien geschaffen. Die Menschenrechte erhielten in der Verfassung von 1988 einen besonderen Schutz. Auch die Bewahrung der Umwelt hat in Brasilien Verfassungsrang. Es gilt das Prinzip der Gewaltenteilung zwischen gesetzgebender, exekutiver und rechtsprechender Gewalt.

Lateinamerika-Zentrum e.V.