• • • Archiv • • • 2003 • • • Ausgabe 4/03 Ein Leben voller Steine
Portrait Hans Stern Text: Ariel Hauptmeier und Marcus Pfeil
Es waren Turmaline, doch sie wirkten anders. Sie schienen heller als sonst, farbiger, schöner. Als sei in ihnen das Licht angeknipst worden. Seit Jahrhunderten findet man die Edelsteine in Brasiliens Boden. Glücksritter aus der ganzen Gegend stürzten sich auf den verheißungsvollen Höhenzug bei São José de Batalha, im Nordosten Brasiliens, im Bundesstaat Paraíba. Sie wühlten und hackten, siebten und sprengten, doch 1993, nach nur sechs Jahren, nach Funden von nur 20 Kilogramm, war die Mine erschöpft. Seither steigt der Paraíba-Turmalin im Wert. Heute kostet ein Carat - ein Fünftel Gramm - bis zu 10.000 Dollar, fünfzig Mal mehr als Turmaline aus anderen Minen.
"Geld macht nicht glücklich, sondern im Leben etwas aufgebaut zu haben und meine schöne Familie um mich zu haben", sagt Hans Stern schmunzelnd. Und bekennt: Nicht der eitle Diamant ist sein Lieblingsstein, sondern der günstige Turmalin. In weinrot, lila oder gelb. Zwölfhundert Turmaline hat Hans Stern gesammelt. Er exportiert den bunten Stein in alle Welt. Alle anderen auch: Aquamarine, blau wie der Atlantik an stillen Tagen, regenwaldgrüne Smaragde, Edel-Topase im Ton von goldgelbem Sherry oder fliederfarbene Amethyste und Diamanten. [mehr] Lula Popstar?
Text: Lorenz Winter
Ein Jahr älter, um eine Handvoll Erfahrungen reicher und um jede Menge Bewunderer ärmer. Fünfzehn Monate nach seinem Wahlsieg vom Herbst 2002 warten auf Präsident Lula neue Bewährungsproben.
Zufällig, aber durchaus symbolträchtig, trafen das Ende seiner Probezeit und Lulas Geburtstag mit seinem spannungsvoll erwarteten Auftritt vor dem 22. Kongress der Sozialistischen Internationale in São Paulo zusammen. Obwohl die brasilianische Arbeiterpartei (PT) dieser Organisation vorerst nicht angehört, applaudierten die Delegierten Lula freundlich, als er in seiner Ansprache eine Neue Weltordnung forderte, die "weniger ungerecht, demokratischer und politisch ausgewogener" sein solle. Die Begriffe klangen dabei eher altvertraut, wohltuend neuartig mochte für die Teilnehmer hingegen das Gefühl gewesen sein, in ihren Reihen endlich wieder einen unbestrittenen Hoffnungsträger zu wissen. [mehr] Weitere Artikel dieser Ausgabe
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